Wuppertal, Dezember 2005: In einem gemeinsamen Workshop zogen die Projektbeteiligten eine erste Zwischenbilanz des bisherigen Projektverlaufs und der Planungsprozesse mit den beteiligten Schulen. Dabei wurden unter anderem die Faktoren gesammelt, die für die Kooperationsplanung mit der Schule besonders förderlich waren. Hier zeigte sich, dass die Nähe in inhaltlichen und konzeptionellen Fragen zwischen Trägern und Schulen wichtiger ist als die Überwindung organisatorischer oder finanzieller Hürden. Vor allem wenn sich Träger und Schule bereits kennen und schätzen, scheint es nur noch wenige Probleme zu geben. So wurden vor allem Punkte genannt wie: "ähnliche Zielvorstellung von Träger und Schule", "Thema des Angebots ist eine Fortsetzung der schon bestehenden Kooperation", "SchülerInnen der Schule haben schon an Trägerprojekt teilgenommen". Wo diese Vorteile nicht gegeben waren, wurde darauf verweisen, wie wichtig es sei, dass die Schule für neue Themen, Konzepte und Partner aufgeschlossen ist und dass die Schulleitung in die konzeptionelle Gestaltung einbezogen wird. Als Wünsche wurden daher – neben einer stabilen Finanzierung - die Einbindung des Konzepts politischer Bildung in das Gesamtkonzept der Schule und ausreichend Freiraum für die strukturellen Absprachen genannt. Der nächste Workshop Ende Februar wird sich mit den Formaten und Methoden der Projekte vor Ort beschäftigen.
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Eine erste – frühere - Zwischenbilanz bringt auch der Halbzeitbericht für die Stiftung Deutsche Jugendmarke:Mehr...
Einen Forschungsbericht des Deutschen Jugendinstituts bieten Andrea Behr-Heinzte und Jens Lipski. Sie haben Quantität und Qualität der Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Partnern analysiert. Die Kooperation mit Partnern findet heute in der Regel in allen Schulen statt, auch wenn es zwischen den Schulformen – je nach sozialem Problemdruck – Unterschiede gibt, so dass ein großer Anteil der Kooperationen auf unterstützende sozial-kompensatorische Dienste entfällt. Umgekehrt entwickeln sich durch Schulsponsoring in eher besser gestellten Schulen Startvorteile, die die Schulen in eher problembeladenen Regionen nicht kompensieren können. Besonders erfolgreich sind Schulen, die ihre Kooperationsbeziehungen nicht nur bilateral mit einzelnen Partnern, sondern in einem örtlichen Netzwerk pflegen und weiterentwickeln können. Entscheidend für den Erfolg des Ganztags, so die Autoren, ist eine gemeinsame örtliche Planung, die für die Schulen zu einer langfristig angelegten Planungssicherheit führen sollte.
Schulkooperationen – Stand und Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Schulen und ihren Partnern, Bezug: Wochenschau-Verlag, Wiesbaden 2005
Bei der Umsetzung des Ganztagsschulprogramms in Brandenburg will die Landesregierung mit dem Brandenburger Volkshochschulverband zusammenarbeiten. Einen entsprechenden Rahmenvertrag unterzeichneten Bildungsminister Holger Rupprecht und Verbandspräsidentin Sylvia Lehmann im September. Der Minister wünschte sich, dass es den Volkshochschulen mit ihren Angeboten am Nachmittag gelingen möge, Schülerinnen und Schüler für das "normale Leben aufzuschließen". Die Kooperationsvereinbarung legt grundlegende Rechte und Pflichten der Partner, aber auch inhaltliche Schwerpunkte der Angebote fest. Dazu zählen auch Angebote politischer und historischer Bildung und politisch orientierte Theaterarbeit mit dem Ziel der "Befähigung zur Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen". Außerdem verpflichten sich der Brandenburger Volkshochschulverband und das Ministerium, sich an einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung bei den außerunterrichtlichen Angeboten zu beteiligen. Die konkrete Ausformung der Kooperation sollen die einzelnen Kooperationspartner selbst finden. Die Rahmenvereinbarung ist hier nachzulesen.
Die Sommerferien sind vorbei, und die P&P-Projekte vor Ort starten mit dem neuen Schuljahr. Unter dem Stichwort "Vor Ort" im Menüpunkt "Werkstatt" finden Sie die ersten acht Projektbeschreibungen. Hier wird laufend über den Fortgang der Projekte berichtet.
Der 12. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung wurde zum Thema "Bildung, Betreuung und Erziehung vor und neben der Schule" verfasst. Der Bericht, erstellt von einer siebenköpfigen Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, geht den beiden Leitmotiven "Bildung und Betreuung von Anfang an" sowie "Bildung ist mehr als Schule" nach. Er fordert zur Realisierung eines umfassenden Bildungskonzeptes eine Zusammenarbeit von Schule und "anderen Bildungsorten und Lernwelten". Gefordert wird unter anderem, dass für eine bessere Zusammenarbeit mit außerschulischen Akteuren in jeder Schule organisatorische und strukturelle Voraussetzungen zu schaffen seien. Den Bericht gibt es hier als Download.
"Partizipation von Kindern und Eltern an offenen Ganztagsschulen" hieß eine Fachtagung des Landesjugendamts Westfalen-Lippe, die am 27./28.06.2005 Schulleiterinnen und Schulleiter mit außerschulischem pädagogischem Personal zusammenbrachte – wenn man nicht schon als Tandem kam. Nach verschiedenen Inputs und Praxisberichten wurden in einer Open-Space-Werkstatt Bausteine zur Partizipation von Kindern und Eltern an Ganztagsschulen entwickelt. Vor allem die oft ganz unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was Partizipation heißen könnte, machten die Diskussionen spannend. Referate und Ergebnisse sind hier zu finden.
Susanne Schwier, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Balthasarstraße in Köln, erläuterte auf der Tagung, warum "Partizipation mehr eine Haltung, als ein Projekt" ist und stellte die verschiedenen Partizipationsbausteine ihrer Schule vor. Die Grundschule arbeitet nach dem Schulmodell "Jenaplan" und den Ideen des Reformpädagogen Peter Petersen, die sich konsequent an den Bedürfnissen des Kindes orientieren. Altersgemischte Gruppenarbeit, rhythmischer Wechsel der Bildungsgrundformen (‚Basisaktivitäten’) Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier und die Einbeziehung der Eltern in das Schulleben kennzeichnen unter anderem dieses System. Um den Schülern über die üblichen Unterrichtsgespräche hinaus die Möglichkeit der Rückmeldung zum Unterricht und zur Zusammenarbeit mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zu geben, wurde im Kollegium ein Fragebogen entwickelt. Auch die Eltern wurden per Fragebogen zur Arbeit des Kollegiums befragt. Die Scheu, ein solches Instrument der Meinungsforschung einzusetzen, nahm Susanne Schwier dem Kollegium dadurch, dass sie sich und ihre Führungsqualitäten zuerst bewerten ließ. Die Fragebögen gibt es hier.
"Partizipation ist das Recht, sich als freies und gleichberechtigtes Subjekt an kollektiven und öffentlichen Diskussionsprozessen und Entscheidungen in Institutionen, Politik, Staat und Gesellschaft zu beteiligen und dabei eigene Interessen zu erkennen, öffentlich einzubringen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, sie zu begründen, zu prüfen, zu entscheiden, zu verantworten und sie zu revidieren. Partizipation ist die Praxis von Demokratie." Das war auch schon das Abstrakteste, was Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Fachhochschule Kiel, in seinem Input auf der Tagung zum Thema zu sagen hatte. Alles danach war sehr konkret – bis hin zu einer Auflistung von Qualitätsstandards für Partizipation. Der Vortrag "Partizipation von Kindern und Eltern in der offenen Ganztagsschule - Anspruch und Umsetzung" ist hier nachzulesen.
Jürgen Bosenius vom Deutschen Kinderhilfswerk stellte das Konzept der "Wir-Werkstatt" vor, in der mit der Methode der "Wertschätzenden Erkundung" ("Appreciative Inquiry"). Anstelle den Ist-Zustand kritisch zu analysieren, wird hier an die Stärken der einzelnen Gruppenmitglieder angeknüpft. Schüler können so motiviert werden, ihre individuellen Stärken in Projekte einzubringen, Abwehrhaltungen und Unsicherheiten, die sich auf dem Gefühl aufbauen, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, können abgebaut werden. Die "Wir-Werkstatt" des Landesjugendamts brachte eine Sammlung von 31 Projektideen zur Stärkung der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern in der Ganztagsgrundschule. Weiter Infos gibt es auf der Seite des Kinderhilfswerks
Laut UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder das Recht, an allen Entscheidungen beteiligt zu werden, die sie selbst betreffen. Das deutsche Kinder- und Jugendhilfegesetz setzt ähnliche Normen. Wie aber kann dieses Ziel in der Praxis verwirklicht werden? Knapp 40 beispielhafte kommunale Partizipationsprojekte mit Kindern in Deutschland werden im "Nachschlagewerk Kinderpolitik" vorgestellt, das das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) herausgegeben hat. Der 300-seitige Ordner dokumentiert und erläutert die Rahmenbedingungen, Methoden und die notwendige Unterstützung durch Erwachsene, die zum Erfolg der Projekte beigetragen haben. Das "Nachschlagewerk Kinderpolitik" kostet 12,50 EUR. Internet: www.kinderpolitik.de.
Am 8. Juli findet in Bielefeld der erste Workshop der WerkstattWissensaustausch unter dem Titel "Focus Jugend - Neue Wege im Umgang mit Konflikten, Gewalt und Rechtsextremismus statt. Der Workshop bietet Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung für Praktikerinnen und Praktiker, die mit diesen Themen zu tun haben. Als Experten sind Dr. Peter-Georg Albrecht, Prof. Dr. Rainer Dollase, Prof. Wilhelm Heitmeyer, Prof. Dr. Kurt Möller eingeladen. Anmeldeschluss ist der 17. Juni. Details hier.
Richtig los ging das Projekt Politik & Partizipation in der Ganztagschule mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 9. Februar 2005 in Frankfurt/M. Dort trafen sich 25 Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, die bei der Modellentwicklung mitwirken möchten. Die Begrüßung und Einführung gab der Bundesgeschäftsführer des für das GEMINI-Projekt federführenden BAK Arbeit und Leben, Theo W. Länge. Dr. Helle Becker referierte als Projektleiterin über die bildungspolitischen Zusammenhänge des Projekts, seine Ziele, Strukturen und Finanzierung. In länderspezifischen Arbeitsgruppen wurden Erfahrungen ausgetauscht und Möglichkeiten einer Beteiligung an der Ganztagschule ausgelotet. Die Kick-Off-Veranstaltung zeigte deutlich, dass es eine wesentliche Aufgabe des Projekts sein wird, spezifische Bedenken und Hindernisse für eine Teilnahme der politischen Kinder- und Jugendbildung an Ganztagsangeboten entweder auszuräumen oder in die bildungspolitische Debatte einzubringen.
Die Sachverständigenkommission für den 12. Kinder- und Jugendbericht zum Thema "Bildung, Betreuung und Erziehung vor und neben der Schule" hat ihre Arbeit abgeschlossen. Der Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, überreichte am 28. April 2005 in Berlin den Bericht an Bundesministerin Renate Schmidt. Schwerpunkte des Berichts sind die Förderung im Elementarbereich und innerhalb von Ganztagsangeboten für Kinder und Jugendliche im Schulalter. Die Kommission hat inhaltliche, strukturelle und finanzielle Eckpunkte zur Neujustierung erarbeitet. Im Herbst wird der Bericht gemeinsam mit der Stellungnahme der Bundesregierung dem Parlament und dem Bundesrat übergeben. Dann erfolgt auch eine öffentliche Auseinandersetzung mit den Vorschlägen. Quelle: BMFSFJ, DJI
Mit der politischen Entscheidung für den Ausbau der Ganztagsschule wird eine Vielzahl von Zielen verfolgt. Einigkeit besteht darüber, dass bei der Ausdehnung der Schule auf den ganzen Tag außerschulische Akteure und Schule kooperieren sollen. Wie dieses Zusammenwirken genau aussehen kann und soll, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen, die das Deutsche Jugendinstitut zu seinem Online-Thema des Monats gemacht hat. Mehr....
Das Bundesjugendkuratorium (BJK) hat bereits mit seiner Streitschrift zum Verhältnis von Jugendhilfe und Bildung (2001) und in den Leipziger Thesen (2002) ausführlich für ein neues Verständnis von Bildung plädiert. Es fordert eine sozialräumliche Öffnung und die Integration von außerschulischen Bildungsprozessen in den Schulalltag sowie ein engeres Zusammenwirken mit der Jugendhilfe. Zweifel hat das BJK, ob sich in der Praxis der Schule auch tatsächlich weiterführende Konzepte durchsetzen, und ob dort Kooperationen strukturell – und nicht nur sporadisch – entstehen: "Forderungen nach einer "Unterrichts"-Ganztagsschule zeigen, dass zahlreiche Bildungspolitiker(innen) sich ausschließlich auf die bestehende "Lehrer(innen)-Schule" konzentrieren und dabei die soziale Seite der Bildungspolitik außer acht lassen." Mit dem vorliegenden Positionspapier skizziert das BJK Ideen zu neuen, kooperativen Bildungsorten und möchte damit eine erweiterte, gesellschaftspolitische Sichtweise in der Diskussion um Jugendhilfe und (Ganztags)Schule befördern. Quelle: BJK, Download
Neue Konzepte pädagogischer Ganztagsangebote, vor allem in offenen oder kooperativen Formen, wurden am DJI mittels einer qualitativen Fallstudie an insgesamt 16 Schulen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ganztagsschulische Konzepte eine breite Akzeptanz unter Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen/Schülern erreichen. Bei der weiteren Erprobung und Implementierung solcher Modelle sollte aber das Augenmerk auf Qualitätskriterien und Mindeststandards liegen, damit nicht Kernpunkte dieser pädagogischen Innovation der Schlankheitswelle in den öffentlichen Haushalten zum Opfer fallen. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt veröffentlicht: Peter Wahler, Christine Preiß, Günther Schaub: Ganztagsangebote an der Schule. Erfahrungen – Probleme – Perspektiven, München: Verlag Deutsches Jugendinstitut 2005, Reihe: DJI-Fachforum Bildung und Erziehung / Band 5, 130 S. EUR 9,50, ISBN: 3-87966-435-8