Aktuelles

Fachtagung lotete Kooperationen der politischen Bildung aus


AbschlussdiskussionBonn, 13./14.11.2006: Verantwortliche und PraktikerInnen der außerschulischen politischen Bildung, Lehrkräfte und Schulleitungen sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik diskutierten am 13. und 14. November 2006 über die Möglichkeiten der Kooperation zwischen Trägern der außerschulischen politischen Jugendbildung und Ganztagsschulen. Vorgestellt wurden Ergebnisse des Projekts „Politik & Partizipation in der Ganztagsschule", ein Projekt der Gemeinsamen Initiative der Träger politischer Jugendbildung (GEMINI). Es hatte mit Unterstützung der Stiftung deutsche Jugendmarke im letzten Schuljahr an zehn Projektstellen in sieben Bundesländern die Bedingungen ausgelotet, unter denen Träger der außerschulischen politischen Jugendbildung Kooperationen mit Ganztagsschulen eingehen.

Theo W. Länge, Vorsitzender des bap und Geschäftsführer des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben, der die Federführung des „P&P“-Projektes übernommen hatte, rief Politik und Verwaltung auf, Unterstützung zu bieten, indem der individuellen, Partner- und Zielgruppen orientierten Ausgestaltung von Kooperationen möglichst breiter Raum zugestanden wird.

Frau Dr. Becker und Frau BielenbergDr. Heinz-Jürgen Stolz vom Deutschen Jugendinstitut nahm Bezug auf Ergebnisse der Jugendforschung und widersprach der gängigen Vorstellung, Jugendliche seien nicht politisch interessiert. Politische Jugendbildung müsse aber an den Aneignungsprozessen von Kindern und Jugendlichen anknüpfen, die die ‚Schule als polis‘ „in vielfältiger Weise überschreiten“. Wolle sie dies in der Schule tun, sei sie auf eine „relativ demokratische“ Schulkultur angewiesen. Gleichzeitig sei politische Jugendbildung jedoch „bitter nötig gerade auch in Schulen mit weniger förderlichen Schulkulturen, mit denen man häufig auch noch keine gemeinsame Kooperationskultur hat“.

Die schulische Perspektive vertrat Prof. Dr. Heinz-Günther Holtappels, Leiter des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der Universität Dortmund (IFS) und Mitverantwortlicher für die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG), die im Rahmen des IZBB-Programms des Bundes durchgeführt wird. Er entwarf das Modell einer Schule, die zahlreiche Angebote mit unterschiedlichen Partnern macht. Davon und von einer flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule seien wir noch weit entfernt, meinte er. Die Ressourcen seien weder auf Bundesnoch auf Länder- oder kommunaler Ebene hinreichend.

Herr Klaus HebbornKlaus Hebborn, Dezernent für Bildung, Kultur und Sport beim Deutschen Städtetag, nahm diesen Ball aus Sicht der Kommunen auf. Er plädierte für regionale Bildungsnetzwerke und die Zusammenarbeit verschiedener Ressorts, die den spezifischen Bedarf vor Ort erfassen und beantworten könnten. Trotz
notorischer Finanznot sei es wichtig, dass die Kommunen die Notwendigkeit zu handeln erkannt hätten.

Prof. Dr. Andreas Thimmel von der Fachhochschule Köln stellte die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des P&P-Projekts vor. Ina Bielenberg, Projektleiterin von „Kultur macht Schule“, und P&P-Projektleiterin Dr. Helle Becker zogen ein gemeinsames Resümee aus Sicht der außerschulischen Jugendbildung. Sie waren sich einig mit Hans-Peter Bergner, Referatsleiter für außerschulische Jugendbildung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der in der Schlussdiskussion für den Erhalt der außerschulischen Lernorte wie Bildungsstätten oder Volkshochschulen plädierte. Es sei auch im Hinblick auf eine Bildungsreform in Deutschland wichtig, die Vorteile eines gewachsenen, differenzierten Jugendhilfesystems mit eigenen bildenden Angebotsformen zu erhalten.

Tagungsbericht
Begrüßungsrede Theo W. Länge
Präsentation Dr. Heinz-Jürgen Stolz (DJI)
Vortrag Ina Bielenberg/ Dr. Helle Becker

Partner machen Schule: Politik & Partizipation auf dem Ganztagsschulkongress

Das P&P-Projekt präsentierte sich am 23. September 2006 auf dem 3. bundesweiten Ganztagsschulkongress mit einem Beratungsangebot. Der Kongress setzte sich unter dem Motto “Partner machen Schule“ mit partnerschaftlichen Modellen an Ganztagsschulen auseinander. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave, bezeichnete die Ganztagsschule als ein "Erfolgsmodell", das eine neue Qualität gemeinsamen Lernens ermögliche und von vielen außerschulischen Partnern mitgetragen werde. "Die Ganztagsschule steht für eine moderne, zeitgemäße Lehr- und Lernkultur, für die Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten, für mehr individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler, für eine offene Schule, die sich außerschulische Kompetenz holt", erklärte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin. Sie hob das große Engagement der vielen öffentlichen und freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Sportverbände hervor, die mit ihren Angeboten die intellektuellen, sozialen, kreativen und motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen fördern.

Das Interesse am Kongress war im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal deutlich gestiegen, so dass die begrenzte Anzahl von Plätzen nach Länderkontingenten vergeben wurde und schnell erschöpft war. Die 1.300 Teilnehmer nutzten zehn thematische Foren, 67 Workshops und eine Vielzahl an Vorträgen. Das Kongressprogramm gibt es unter www.ganztaegig-lernen.de

Erste Evaluationsergebnisse von P&P

Die Evaluation von P&P schreitet voran. In einer Sitzung der Projekt-Steuerungsgruppe stellten Prof. Dr. Andreas Thimmel und seine Mitarbeiterin Katrin Riß erste Ergebnisse vor. Für die Evaluation sind die Schülerinnen und Schüler sowie die projektbeteiligten Lehrkräfte und Schulleitungen, Verantwortlichen bei den Trägern und Teamerinnen und Teamer befragt worden. Dabei hat die Mehrzahl der Beteiligten die Projekte als gelungen und fortsetzungswürdig beurteilt. Als maßgeblich nannten die Träger die Offenheit der Schule. Ein gemeinsames konzeptionelles Interesse ist außerdem eine notwendige Basis. So erläutert zum Beispiel eine Schulleiterin, dass die Intention der Schule für diese Kooperation gewesen sei, „dass die Schüler politisch bewusster werden und gestärkt werden in der politischen Arbeit.“ Dass sie „nicht nur passiv teilnehmen“, sondern sich tatsächlich engagieren „auch in der Schule für ein Projekt engagieren, wo sie vielleicht etwas verändern könnten.“
Ein besonderes Augenmerk wurde natürlich auf die Rolle der außerschulischen Lernorte gelegt. Die meisten Projekte nutzten Möglichkeiten, Recherchen oder intensive Arbeitsphasen auch außerhalb des Schulgebäudes durchzuführen: „Das ist natürlich für die SchülerInnen, das haben sie uns auch bestätigt, schon mal etwas anderes, einfach aus der Schule raus zu kommen“, berichtet ein Lehrer. Eine „andere Atmosphäre“ und „einen ganz anderen inhaltlichen Zugang zu den Themen, die bearbeitet werden“, nennt er als Gründe. Das bestätigt auch ein Teamer: „Die Konzentration war größer, das Fehlen von Ablenkungen und den festen Zeiteinheiten der Schule hat die Intensität der Arbeit erhöht“, meint er. Aber auch in der Schule und vor allem in der gemeinsamen Arbeit von außerschulischen Partnern und Lehrkräften hat man gute Erfahrungen sammeln können. Eine Schülerin bringt ihre Bewertung des Projekts knapp auf den Punkt: „Coole Sache! Sollte auf jeden Fall weitergeführt werden.“
Auf der Abschlusstagung des Projekts am 13. und 14. November 2006 in Bonn wird Prof. Thimmel die Evaluationsergebnisse ausführlich vorstellen.

BLK-Projekt „Lernen für den GanzTag” im Internet

Fünf Bundesländer – Berlin, Bremen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz - sind beteiligt am vierjährigen Verbundprojekt der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK), „Lernen für den GanzTag”. Das Projekt hat das Ziel, gemeinsame Qualifikationsprofile für Ganztagspersonal aus unterschiedlichen Professionen zu entwickeln und durch Fortbildungsmodule nutzbar und umsetzbar zu machen. Die Qualifikationsprofile beziehen sich auf gemeinsame Ziele zur Entwicklung einer erweiterten Lernkultur in Ganztagsschulen, zur qualitativen Veränderung von Lernprozessen und Lernkulturen und zur Förderung von Persönlichkeitsentwicklung und Partizipationskompetenz von Kindern. Zielgruppe des Projekts sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Schule und Kinder- und Jugendhilfe und weiteren Professionen und Einrichtungen, die vor Ort Fortbildungsmaßnahmen durchführen.

Politik & Partizipation in der Ganztagsschule ist mit dem federführenden Schulministerium in Nordrhein-Westfalen im Gespräch und bringt die im Projekt gemachten Erfahrungen der politischen Bildung in das Verbundprojekt ein.

Das BLK-Verbundprojekt hat eine Internetpräsenz, auf der unter anderem die Projekt-Expertisen online erhältlich sind.

http://www.ganztag-blk.de/cms/front_content.php?idart=7&idcat=17&lang=1&client=1

P&P lädt ein

P&P lädt ein zur Fachtagung der GEMINI „Politik & Partizipation in der Ganztagsschule“ am 13.-14. November 2006 in das Tagungshaus des CJD in Bonn. Die Tagung soll die Erfahrungen und Ergebnisse des P&P-Projektes der GEMINI öffentlich machen und Perspektiven der Kooperation zwischen außerschulischer politischer Jugendbildung und Ganztagsschule zur Diskussion stellen. WissenschaftlerInnen, PraktikerInnen, MultiplikatorInnen und PolitikerInnen werden die bildungspolitischen Möglichkeiten politischer Jugendbildung ausloten.

Die Tagung ist auf 80 Teilnehmende begrenzt. Tagungs- und Unterbringungskosten sind frei. Reisekosten können leider nicht erstattet werden.

Die Einladung mit Tagungsprogramm und Anmeldemöglichkeit gibt es hier.

P&P auf 3. Bundesweitem Ganztagsschulkongress

Berlin, September 2006: Am 22. und 23. September findet in Berlin der 3. bundesweite Ganztagsschul-Kongress statt. Das diesjährige Schwerpunktthema ist "Partner machen Schule. Bildung gemeinsam gestalten". Ausrichter sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.
Politik & Partizipation in der Ganztagsschule beteiligt sich am Samstag an einem Informations- und Beratungsangebot für Schulen unter dem Titel "Kooperation konkret. Beratung und Unterstützung von Partnern für Schulen". Ab 9.30 Uhr wird das bundesweite Projektbüro an einem eigenen Stand interessierten SchulvertretInnen Intentionen, Methoden und Erfahrungen politischer Jugendbildung in der Ganztagsschule erläutern und ihnen Informationen zu möglichen Kooperationspartnern geben.
Informationen zum Kongress gibt es unter www.ganztaegig-lernen.org/www/web412.aspx

Berliner P&P-Projekt erfolgreich zu Ende gegangen

Berlin, August 2006: "Hey, verändere was!" Unter diesem Motto haben sich Schülerinnen und Schüler der Robert-Jungk-Oberschule in Berlin-Wilmersdorf im Rahmen des P&P-Projektes der VHS Wilmersdorf mit Politik beschäftigt. Mit der Politik, die sie interessierte: So spielten sie nach dem Besuch der Bezirksverordnetenversammlung diese nach, gingen auf Erkundungstour zum Wilmersdorfer Kinder-Jugend-Parlament, diskutierten aus aktuellem Anlass über die Vorfälle in der Berliner Rütli-Schule, veranstalteten eine Talkshow über die Einführung von Schuluniformen und simulierten ein Bewerbungsgespräch mit "verkehrten" Geschlechterrollen. Eine Unterschriftenaktion gegen Versetzungen von Lehrkräften der eigenen Schule oder die Frage, ob Kopfnoten sinnvoll sind, gab es unter anderem auch. Einige der Schülerinnen und Schüler haben zu ihren Erlebnissen kleine Artikel geschrieben, die zum Abschluss des Ganztagsangebots zusammengetragen wurden. Überschrift: "...Reporter decken auf..."

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Netzwerke bilden: Kommunale Bildungskooperationen

München, August 2006: Mehr Austausch, bessere Kommunikation und größere Vernetzung sind wünschenswerte Faktoren gelingender Ganztagskopperationen. Kommunale Bildungsnetze wären ein Weg hin zu mehr Präsenz und gegenseitiger Anerkennung von Schule und außerschulischen Partnern sowie zu einer abgestimmten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung auf kommunaler Ebene.
Netzwerke leben von aktiven und kooperationsinteressierten Personen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, Aufgaben und Rollen im kommunalen und regionalen Kontext. Netzwerke sind querschnittsorientiert, verwaltungs- und politikfeldübergreifend. Sie lassen sich nur sehr begrenzt systematisieren und standardisieren, brauchen aber trotzdem eine organisatorische und arbeitsfähige Infrastruktur. Das seit 1990 bestehende Münchner Netzwerk "Kultur- und Schulservice München KS:MUC" hat als Anregung und Unterstützung einen Praxisleitfaden für kommunale und regionale Bildungsnetzwerker veröffentlicht.

Netzwerke bilden. Bildungskooperation kommunal kreativ - Jugend Kultur Schule Praxisleitfaden für kommunale und regionale Bildungsnetzwerker. Für 8 EUR plus 2 € Porto und Verpackung bei: info@ks-muc.de

Politik & Partizipation in der Ganztagsschule: Fachtagung

Bonn, August 2006: Am 13. und 14. November 2006 werden in Bonn im Haus des CJD Erfahrungen und Ergebnisse des GEMINI-Projekts "Politik & Partizipation in der Ganztagsschule" vorgestellt und diskutiert. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den P&P-Projekten, Fachleute und Vertreter der Fachverbände werden die Perspektiven für die politische Jugendbildung im Ganztag ausloten. Einen Beitrag zugesagt haben unter anderem Prof. Dr. Andreas Thimmel von der FH Köln, der die Evaluation des P&P-Projektes übernommen hat, Prof. Dr. Heinz-Günther Holtappels, Schulentwicklungsforscher an der Universität Dortmund, sowie Dr. Hans-Jürgen Stolz vom Deutschen Jugendinstitut. Die Einladung mit dem Programm wird im September verschickt.

P&P-Projekt wird vorgestellt

Jugendhilfe und SchuleEssen, August 2006: Das GEMINI-Projekt "Politik & Partizipation in der Ganztagsschule“ wird von Helle Becker in einem Sammelband vorgestellt, der von Ulrich Deinet und Maria Icking unter dem Titel "Jugendhilfe und Schule – Analysen und Konzepte für die kommunale Kooperation“ herausgegeben wurde. Das Buch fasst neueste Erfahrungen des Zusammenspiels von Jugendhilfe und Schule zusammen und berichtet unter anderem zu Modellen kommunaler Planung. Helle Becker stellt in ihrem Beitrag "Für Bildung und Visionen: Politische Bildung im Ganztag“ das Arbeitsfeld außerschulische politische Jugendbildung vor und problematisiert auf der Grundlage der Erfahrungen im P&P-Projekt die Hindernisse und Chancen einer Beteiligung an der Ganztagschule. Sie stellt fest: "Die P&P-Projekte bringen nicht nur neue Konzepte, Methoden und Themen in die Schule. Sie bringen Schülerinnen und Schüler als heranwachsende Bürgerinnen und Bürger und selbstverantwortliche Lernende ins Spiel und helfen, die politische Dimension des Alltags und die Rolle der Schule als kleines Gemeinwesen und als Akteur im "großen“ Gemeinwesen zu stärken. Dabei zeigen sie Räume auf, die in und außerhalb der Schule zu erobern sind.“

Ulrich Deinet / Maria Icking (Hrsg.): Jugendhilfe und Schule – Analysen und Konzepte für die kommunale Kooperation, Verlag Barbara Budrich 2006, 262 Seiten, 24,90 EUR, ISBN: 3-86649-012-7 

Handlungsempfehlungen zur Kooperation

Berlin, Juni 2006: "Bildung ist eine Lebensaufgabe, die nicht auf unmittelbar verwertbares Wissen oder berufsverwertbare Fertigkeiten zu reduzieren ist. Sie beinhaltet die Aneignung reflexiver und sozialer Kompetenzen, die es insbesondere ermöglichen, verantwortlich zu handeln und Gesellschaft mitzugestalten...“ So beginnt eine kleine Broschüre, die die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ herausgebracht hat. Sie macht Vorschläge für die praktische Umsetzung einer Bildung, Betreuung und Erziehung in gemeinsamer Verantwortung von Jugendhilfe und Schule.

Die "Handlungsempfehlungen zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule“ gehen von der Perspektive eines "konsistenten Gesamtsystems“ von Jugendhilfe und Schule aus. Dafür müsse die Jugendhilfe ihren Bildungsauftrag offensiver als bisher umsetzen. Gefordert sei eine systematische und rechtlich verbindliche partnerschaftliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen Systeme Jugendhilfe und Schule und eine entsprechende "Kooperationskultur“ mit fest vereinbarten Strukturen. Die AGJ macht konkrete Vorschläge für "regionale Bildungslandschaften auf kommunaler Ebene“ und unterscheidet dafür unter anderem verschiedene Kooperationsformen von Jugendhilfe und Schule. Gefordert werden auch neue finanzielle, professionelle, organisatorische, rechtliche und politische Rahmenbedingungen, als "wichtige Grundlage für die kreative standortspezifische Entwicklung“, um das ehrgeizige Ziel eines Umbaus beider Systeme zu erreichen.

Eine wichtige Rolle weisen die Handlungsempfehlungen der demokratischen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern zu. Demokratische Beteiligung sei als Leitprinzip für die innere Gestaltung aller Angebote zu verstehen: "Demokratie ist keine abstrakte Staatsform, sondern muss erlebbar sein und erlernt werden. Kinder und Jugendliche müssen erleben und erfahren, dass sie gebraucht werden.“, heißt es.

Es gibt die Handlungsempfehlungen als Broschüre (bei der AGJ) und als Download.

P&P-Workshop lotete "Grenzen und Möglichkeiten“ aus 

Wuppertal, Juni 2006: Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation mit Ganztagsschulen standen im Mittelpunkt des vierten Workshops mit Beteiligten des P&P-Projektes. Dabei wurden intensive und zum Teil kontroverse Debatten geführt über die Frage, wo für die außerschulische politische Jugendbildung die Grenze der Kompromisse in Kooperationsvorhaben erreicht sei – zum Beispiele, wenn genuine Qualitäten außerschulischer Bildung aufgegeben werden müssten. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich die Erfahrungen mit den kooperierenden Ganztagsschulen und der entgegengebrachten Akzeptanz außerschulischer Prinzipien wie Partizipation und Freiwilligkeit sind. Als bildungspolitische Perspektive war man sich einig, dass sich Schule wie außerschulische Angebote einander annähern müssen, wenn sie gemeinsam eine neue Art des Lernens entwickeln wollen. Noch aber, so durchweg die Erfahrung, sei die Schule, wie sie zurzeit ist, das vorherrschende und beherrschende Referenzsystem. Von Gleichberechtigung könne in der Regel keine Rede sein. Dabei könnte und sollte die außerschulische Bildung innovative Schulentwicklung unterstützen. Dort, wo die Schulen und Partner bereit seien zur Kommunikation und gemeinsamer Qualifizierung, zur Entwicklung einer gemeinsamen Kultur und zur Gleichberechtigung der Professionen, könne etwas Neues, "Drittes“ entstehen. Damit könnte auch die Bandbreite der Werteverbundenheit, der Formate, Themen, Methoden und Zielgruppen der politischen Bildung erhalten bleiben.

P&P-Projekt der KVHS Nordhorn: Feierliche Ausstellungseröffnung in der Realschule Emlichheim

Emlichheim, 19. Juni 2006: Mit einer feierlichen Veranstaltung präsentierten Schülerinnen und Schüler sowie projektbeteiligte Lehrkräfte und DozentInnen die nachdenkenswerten Ergebnisse des P&P-Projekts "Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in der Grafschaft Bentheim“. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule Emlichheim hatten sich in dem Projekt zunächst über verschiedene Lager rund um Emlichheim informiert. Dann hatten sie das Lager "Stalag VI Bathorn“ besonders untersucht, das Lager, seinen Aufbau, seine Organisation und damit verbundenen Schicksale recherchiert und mit Zeitzeugen am Ort gesprochen. Dabei machten sie nicht nur viele persönliche Erfahrungen, sondern gruben auch ganz handfeste, bisher unbekannte Fundstücke und Erkenntnisse aus. Sie rekonstruierten im heutigen Ort die Reste und Umrisse des ehemaligen Lagers und machten so die oftmals schreckliche Geschichte sichtbar. Als Erinnerung, aber auch als Mahnung gegen Ausgrenzung und Rassismus gestalteten sie eine Ausstellung, die am 19. Juni eröffnet wurde. Die Aula der Schule war voll besetzt von Schülern, Lehrkräften und Bewohnern von Emlichheim und dem auf dem Gelände des ehemaligen Lagers entstandenen Ortes. Voller Bewunderung, aber auch tief betroffen sprachen die Bürgermeister und der Landrat den Schülern ihre Bewunderung aus und berichteten von ihren persönlichen Erlebnissen im Zusammenhang mit den bis in die 50er Jahre existierenden Lagerreste. Die beeindruckende Ausstellung mit Dokumenten, Fotos, Fundstücken und soll nach ihrer Zeit in der Realschule auch in der Umgebung von Emlichheim gezeigt werden.

Positionspapier des Städtetags zur Bildungsreform

bunte_kinder_haeuserKöln, Juni 2006: Der Deutsche Städtetag diskutiert zurzeit ein Positionspapier "Kommunale Positionen zur Bildungsreform“, mit dem er Stellung nimmt zu zentralen Aspekten der Bildungsreformdiskussion. "Viele der eingeleiteten Maßnahmen und der diskutierten Vorschläge berühren kommunale Zuständigkeiten im Schul- und Jugendhilfebereich und haben erhebliche strukturelle und finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen,“ heißt es in dem Papier, das im September vom Präsidium des Deutschen Städtetages verabschiedet werden soll. Die Städte sehen sich in diesem Sinne nicht nur als Betroffene, sondern sind mit ihren vielfältigen Zuständigkeiten in den Bereichen Schule, Jugendhilfe, Weiterbildung und Kultur daran interessiert, sich aktivgestaltend an Initiativen zur Verbesserung der Bildung sowie an der Umsetzung von Reformmaßnahmen zu beteiligen. Das Papier beschreibt Forderungen und Vorschläge zur vorschulischen Bildung, zum Schuleintritt und zur bedarfsgerechten Ausgestaltung der Ganztagsschule. Als notwendig wird hierfür einerseits eine weitere Intensivierung und Systematisierung der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe gefordert, z.B. durch die Bildung gemeinsamer Budgets, eine integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung sowie die Durchführung gemeinsamer Fortbildungsveranstaltungen von Vertretern beider Bereiche. Dabei werden auch inhaltliche Positionen bezogen: So spricht sich das Papier gegen vorzeitige Selektion und für eine Flexibilisierung und Selbstständigkeit von Schule aus. Auch die Berufliche Bildung und die Weiterbildung werden thematisiert. Das Papier spiegelt im Übrigen seine Genese. Zunächst entwickelt als Stellungnahme des Kulturausschusses des Städtetages, wurde es im Anschluss vom Schul- sowie Jugend- und Sozialausschuss mit beraten.

Deutscher Städtetag (Vorlage zur Verabschiedung durch das Präsidium): "Kommunale Positionen zur Bildungsreform“

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Politik und Partizipation für Jugendliche: Große Anfrage von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Bundestag

vorsicht_baustelle Berlin, Mai 2006: Insgesamt 230 Fragen zu nahezu allen Themen der Kinder- und Jugendpolitik richtet die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN unter dem Titel "Jugendliche in Deutschland: Perspektiven durch Zugänge, Teilhabe und Generationengerechtigkeit“ an die Bundesregierung. Die Anfrage geht davon aus, dass die Schaffung gleicher Zugangschancen von allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in allen Lebensbereichen, insbesondere zu Bildung, Beruf, politischem und zivilgesellschaftlichen Engagement, neben optimalen Rahmenbedingungen im Bildungsbereich sowie auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auch wirksame politische Mitspracherechte für Jugendliche erfordert. Entsprechend fordert der Fragekatalog "ein jugendfreundlicheres Klima in unserem Land“, um Jugendliche in ihrer Selbstbestimmung weiter zu stärken.

Konkret wird u.a. gefragt nach einer stärkeren bildungsbezogenen Kooperation von Elternhaus, Jugendhilfe und Schule, nach Beteiligungsformen von Jugendlichen und Eltern bei der Gestaltung von Ganztagsschulen und einer stärkeren Anerkennung der Bildungsleistungen der Kinder- und Jugendhilfe. Außerdem wird die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Grundversorgung an außerschulischen Bildungsangeboten für alle gefordert. Ein ganzes Fragekapitel widmet sich dem politischen und zivilgesellschaftlichen Engagement von Jugendlichen. Hier soll die Bundesregierung Auskunft geben, welche inhaltlichen Schwerpunkte sie bei der politischen Bildung setzen will.

Jugendliche in Deutschland: Perspektiven durch Zugänge, Teilhabe und Generationengerechtigkeit, Große Anfrage der Abgeordneten Kai Gehring et al. und der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Deutscher Bundestag Drucksache 16/1554, 16. Wahlperiode, Berlin, den 22. Mai 2006

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Politik ist doof? Politisches Engagement sinnlos? P&P bringt Beispiele für gelungene Ganztagskooperationen

Essen, Juni 2006: Das Modellprojekt "Politik & Partizipation in der Ganztagsschule“ der GEMINI will zeigen, welche Chancen in der politischen Bildung in der Ganztagsschule liegen: Die Befähigung zur politischen und gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und die Unterstützung einer Demokratisierung von Schule. Einige Projekt-Beispiele wurden am 2. Juni der Presse vorgestellt. Vorläufiges Fazit: Mit den richtigen Bedingungen können Ganztagsangebote gemacht werden, die Schülerinnen und Schülern Lust machen auf Politik, die Bezüge zur eigenen Lebenswelt und eigenen Interessen herstellen und einen Schritt zu einer Demokratisierung von Schule bedeuten können.

Anbei die Pressemitteilung mit Projektbeispielen.

PoWi-Werkstatt geht online

Heppenheim, Juni 2006: Die Politikwerkstatt der Geschwister Scholl Schule, ein P&P-Projekt des Hauses am Maiberg in Heppenheim, hat eine eigene Homepage eingerichtet. In der PoWi-Werkstatt arbeiten fünfzehn interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 des Gymnasialzweigs der Gesamtschule auf freiwilliger Basis. Hier werden Themen aus den Feldern Politik und Gesellschaft mit unterschiedlichen Methoden bearbeitet. Die neue Homepage stellt die PoWi-Werkstatt vor und informiert über deren aktuelle Vorhaben.

Mehr unter "Werkstatt“:http://www.politikundpartizipation.de/Haus_am_Maiberg.shtml

Film ab: "Demokratische Schulen“ präsentieren sich

Berlin, Mai 2006: An "demokratischen Schulen“ können Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, was, wann, wie und mit wem sie lernen. Es gibt es keine Lehrpläne, keine Zensuren. Prüfungen sind freiwillig. Schüler und Lehrer haben die gleichen Rechte und organisieren gemeinsam ihre Schule. Bei Entscheidungen hat jeder eine Stimme. Kann das gut gehen?

Offensichtlich. Was sich wie eine alte Utopie anhört, ist in vielen Ländern rund um die Welt oft sehr erfolgreiche Wirklichkeit. Zwar sind "demokratische Schulen“ überall etwas unterschiedlich organisiert, die Prinzipien aber sind immer dieselben. Schulen gibt es in Japan, Russland, Israel, Neuseeland, den USA, Indien und Europa, auch in Deutschland. Als älteste Demokratische Schule gilt die Summerhill-Schule in Leiston, GB, die 1921 gegründet wurde. Berühmt sind auch die Sudbury-Schulen (in Leipzig, Berlin und die Sudbury-Schule Boidensee), aber auch viele andere freie Schulen zählen sich dazu.

Im Sommer 2005 konnte man ihre Arbeit aus erster Quelle kennen lernen. In der Berliner Humboldt-Universität trafen sich über 200 Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Experten und interessierte - darunter die Projektleiterin des GEMINI-Projektes "Politik & Partizipation in der Ganztagsschule“ - aus 28 Ländern zur 13. Weltkonferenz Demokratischer Schulen (IDEC 2005). Die Konferenz findet seit 1993 jährlich in verschiedenen Ländern der Welt statt, zuletzt in Japan, Israel, Neuseeland und den USA. Im Jahr 2004 hat die IDEC in Indien getagt. Zwei Berliner Vereine, das Kinderrechtsprojekt KRÄTZÄ des Netzwerk Spiel/Kultur und die Schule für Erwachsenenbildung, hatten die Organisation in Berlin übernommen, unterstützt von zahlreichen Geldgebern, u.a. der Bundeszentrale für politische Bildung und dem bmbf.

Nun können alle, die nicht dabei waren, in einem 35-minütigem Dokumentarfilm einen Eindruck gewinnen. Im Film berichten zahlreiche Schüler und Mitarbeiter Demokratischer Schulen von ihren Erfahrungen. Viele Interviews entstanden auf der IDEC in Berlin. Außerdem reisten der Filmemacher Jan Gabbert und sein Team zur Næstved Fri Skole, einer Demokratischen Schule in Dänemark. Der Film wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt beim Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V. Das Deutsche Kinderhilfswerk förderte die öffentliche Premiere.

Der Film ist auf DVD erhältlich. Weitere Informationen - unter anderem ein "Trailer“ - auf:
http://www.demokratische-schulen.de/

Infos zur IDEC 2005: http://www.idec2005.org

Broschüre: Soziales Lernen in der Schule

Denkfutter zum Thema soziales Lernen, Partizipation und Gewaltprävention bietet die Broschüre "Soziales Lernen in der Schule – Schule als sozialer Erfahrungsraum" von Elke Klein und Karlheinz Thimm. Die Broschüre will soziales Lernen strukturieren, Erinnerungsstütze sein, anregen und zentrale Themen sozialen Lernens gebündelt präsentieren. Und in der Tat bietet sie einen Überblick über verschiedene Ansätze und stellt verschiedene Instrumente vor, wie Schule und außerschulische Partner Schule systematisch zum sozialen Lebensraum entwickeln können.

Die Broschüre wurde herausgegeben von KoBra.net, der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe Brandenburg und ist als Download im Internet erhältlich bei KoBra.net unter http://www.kobranet.de/kobranet/pdf/soziales_lernen.pdf .

Politische Partizipation beginnt in der Schule

Brüssel, April 2006: Die Schule spielt eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung der Bereitschaft der politischen Beteiligung von Jugendlichen. Wer sich in der Schule politisch engagiert, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im späteren Leben tun. Daneben wird das politisches Verhalten und die Einstellungen von Jugendlichen von der Familie, vom Freundeskreis und von den Medien bestimmt. Das sind Ergebnisse des Europäischen Projekts EUYOUPART, dessen Ziel die Entwicklung eines neuen Messinstruments (Indikatorensystem) für das politische Partizipationsverhalten Jugendlicher in Europa war. Befragt wurden 8030 junge Leute im Alter von 15-25 aus acht europäischen Staaten (Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Slowakei, Finnland, Estland).

Ein Großteil der europäischen Jugend zeigt wenig Interesse an der Politik. Täglich informieren sich zwischen 11,3% (in Großbritannien) und 38,4% (in Italien) über politische Ereignisse, meistens über das Fernsehen. Jugendliche beurteilen das vorherrschende politische System meist kritisch und vertrauen politischen Parteien weniger als Nicht-Regierungsorganisationen wie Greenpeace oder Amnesty International. Sich für diese NRO einzusetzen halten die meisten für effektiver, als für politische Partien zu arbeiten. Allerdings gibt die Studie Anlass zu der Hoffnung, dass mit zunehmendem Alter auch das Politikinteresse der jungen EuropäerInnen steigt. Die deutschen Jugendlichen zeigten sich in der Untersuchung übrigens mit 51% als die politisch interessierteste, aber auch pessimistischste Gruppe. Die Angst vor Verlust von Arbeit und Sozialleistungen ist groß.

EUYOUPART (2003-2005) ist ein aus den Mitteln der EU-Kommission gefördertes länderübergreifendes Projekt. Aus Deutschland war das Deutsche Jugendinstitut (DJI) an dem Vorhaben beteiligt. Informationen zum Projekt unter: http://www.sora.at/euyoupart. Hier gibt es auch den Abschlussbericht (engl.).

Umsetzungsberichte der Bundesrepublik Deutschland zu Information und Partizipation junger Menschen

Berlin, April 2006: Im Rahmen der "Europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich" hat die Bundesrepublik Deutschland die Umsetzungsberichte "Information der Jugendlichen" und "Partizipation der Jugendlichen" erstellt und an die EU-Kommission geleitet. Sie sind das Ergebnis einer "intensiven Zusammenarbeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Jugendlichen, dem Deutsche Bundesjugendring (DBJR), dem Ring politischer Jugend (RPJ), der Deutschen Sportjugend (dsj), der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ), dem Deutschen Jugendinstitut und anderen Behörden. Die Umsetzungsberichte geben einen Überblick über die Aktivitäten und Fortschritte sowie über Beispiele von "best practice". Insgesamt spiegelt sich in den Berichten die gewachsene Bedeutung der Themen Partizipation und Information für die Praxis der Jugendarbeit und Jugendhilfe wider. Deutlich wird jedoch auch, dass erhöhte Anstrengungen erforderlich sind, um die lokale Ebene und die Jugendlichen selbst noch stärker in europäische Initiativen einzubinden.

Hintergrund dieser Berichte sind die "Entschließungen über gemeinsame Zielsetzungen zur Partizipation und Information der Jugendlichen“, die von den europäischen Jugendministern im November 2003 verabschiedet wurden. Damit verabreden alle EU-Mitgliedsländer einen konkreten zeitlichen Rahmen für die Umsetzung von Maßnahmen auf nationaler Ebene, um die Partizipation von Jugendlichen zu fördern und die Information von Jugendlichen zu verbessern. Der Rat forderte damals die Mitgliedstaaten auf, bis Ende 2005 Berichte über die einzelstaatlichen Beiträge zur Umsetzung der beiden Prioritäten Partizipation und Information vorzulegen und dafür Jugendliche, Jugendorganisationen und gegebenenfalls die nationalen oder regionalen Jugendräte zu konsultieren. Gegenwärtig wertet die EU-Kommission die eingegangenen Umsetzungsberichte der 25 Mitgliedsstaaten aus. Bis voraussichtlich Mitte 2006 wird sie dazu einen Synthesebericht vorlegen.

Die deutschen Berichte sind auf den Internetseiten des Bundesministeriums erhältlich: http://www.bmfsfj.bund.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=75080.html . (Quelle: BMFSFJ)

Workshop 3: Strukturelle Verankerung der Zusammenarbeit Schule – politische Bildung

Frankfurt, April 2006: Über vorhandene und zu wünschende Instrumente und Modelle der Verstetigung von Kooperationen zwischen Ganztagschulen und Trägern politischer Jugendbildung tauschten sich die Verantwortlichen für die laufenden P&P-Projekte am 6.April in Frankfurt aus. Dabei wurde deutlich, dass Instrumente wie Kooperationsverträge und Koordinierungsstellen nur dann wirklich hilfreich sind, wenn sie mehr als nur organisatorische Aufgaben regeln. Fast alle Träger wünschten sich eine bessere fachliche Abstimmung der pädagogischen Konzepte. Zu häufig, so die Erfahrung, werden die besonderen Qualitäten "extra-curricularer“ politischer Bildung von den Schulpartnern ignoriert oder falsch eingeschätzt. Eine Schlussfolgerung für mögliche Strategien auf der Ebene der Schulkooperationen, aber auch auf der Ebene von Verwaltung und Politik müsse es daher sein, diese Qualitäten offensiver deutlich zu machen und politische Bildung für den Ganztag zu profilieren. Eine bessere Vernetzung und Verständigung aller Beteiligten am Ganztag sowie die Einbeziehung der Eltern wurde ebenfalls gefordert. Der nächste Workshop im Juni wird die "Möglichkeiten und Grenzen“ der Kooperation ausloten.

Zweiter Projekt-Workshop P & P

Bonn, März 2006: Die Verantwortlichen für die laufenden P&P-Projekte trafen sich am 28. Februar in Bonn, um über den aktuellen Stand der Ganztags-Kooperationen zu berichten. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass trotz einer breiten Palette von Zugängen, Formaten und Methoden der politischen Bildung Gemeinsamkeiten in den Erfahrungen in der Kooperation mit Ganztagsschulen bestehen. Überall wird die Zusammenarbeit als erfolgreich bewertet. Dennoch gab es wichtige Fragen, die im weiteren Projekt beantwortet werden sollen. So legten die Berichte nahe, dass weniger die Ganztagsschulform, als vielmehr die Schulform und damit die unterschiedlichen jugendlichen Zielgruppen die Unterschiede in der Themenwahl und Arbeitsform ausmachen. Vielfach leisten die Projekte einen indirekten Beitrag zur Schulentwicklung. Dieser, so war man sich einig, müsse noch deutlicher herausgestellt und offensiver konzipiert werden. Der nächste Workshop im April wird sich mit möglichen Formen der Verstetigung von Kooperationen beschäftigen.

P & P im Radio

Ostfriesland, Februar 2006: Am 2. Februar 2006 brachte Radio Ostfriesland eine Stunde lang alles über das GEMINI-Projekt "P&P". Im Mittelpunkt stand natürlich das Kooperationsprojekt des Europahauses Aurich, einer deutsch-niederländischen Heimvolkshochschule, die an der Kooperativen Gesamtschule Wiesmoor ein Ganztagsschulprojekt zur politischen Bildung durchführt. Dafür kamen der Studienleiter Heinz-Wilhelm Schnieders, einer der Schulleiter Friedrich Völler und Schülerinnen und Schüler zu Wort.

Hier können Sie den O-Ton hören....

Neuerscheinung: Chancen und Risiken der Kooperation

Februar 2006:BuchcoverPauli Bettina Pauli unternimmt in ihrem kleinen Buch eine säuberliche Gegenüberstellung der beiden Systeme Jugendhilfe und Schule und wägt "Chancen und Risiken" einer Zusammenarbeit ab. Das Verdienst der Autorin ist eine wohl geordnete Darlegung von gesetzlichen Grundlagen, Strukturen und Theorieansätzen und damit eine systematisierte Betrachtung der verschiedenen Handlungsfelder. Dass sie verschiedenen sind, und zwar grundlegend, daran lässt die Autorin keinen Zweifel. Daran, dass eine Kooperation beider Bereiche angesichts der sich veränderten Anforderungen an Kinder und Jugendliche ein bildungspolitisches Desiderat sein muss, aber auch nicht. Dabei kommt sie zu dem Fazit, dass "die Stärkung von Bildungsansätzen der Jugendarbeit grundsätzlich positiven Einfluss auf Bildungsarbeit ausübt".

Bettina Pauli: Kooperation von Jugendarbeit und Schule: Chancen und Risiken, Wochenschau Verlag 2006, 140 Seiten, 24,80 EUR, ISBN: 3-89974228-1

P&P wird evaluiertP&P wird evaluiert

Prof. Dr. A. Thimmel

Köln, Februar 2006: Das P&P-Projekt der GEMINI wird ab Februar 2006 wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Prof. Dr. Andreas Thimmel von der Fachhochschule Köln wird mit seinem Team die Bedingungen und Wirkungen der Ganztags-Kooperationen politischer Jugendbildung unter die Lupe nehmen. Arbeitsschwerpunkte von Prof. Thimmel sind u. a. die Jugendarbeit und Politische Bildung. Prof. Dr. Thimmel stellte der Projekt-Steuerungsgruppe am 13. Februar 2006 sein Evaluationsvorhaben vor.